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Sportgeschichte(n) (Archiv 2014/15)

Ein sich bewegender FußballEin sich bewegender HandballEin sich bewegender Tennisball

Grafik Tribüne (schwarz-weiss)

Grafik Bibliothekswagen


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Bericht

“Löwen-Tag” eröffnet die Saison

Hamborn 07 ist mehr als nur Fußball. Das machte die diesjährige Saisoneröffnung im Rahmen des “Löwen-Tags” klar. Zum Verein gehören die “Alten” genauso wie der Nachwuchs. Bei warmen Wetter war dann auch eine bunte Mischung aller Altersstufen vor Ort und feierte zusammen.

(Ein Video von TV Rekord)

Bericht

Hombergs Handballer feiern Aufstieg

Nach dem klaren Sieg über Lürrip feierten die Handballer des VfB Homberg in der Sporthalle der Erich-Kästner-Gesamtschule zusammen mit den Zuschauern. Der Aufstieg in die Oberliga und ein sich anbahnendes Lokalderby gegen Rheinhausen sorgten für Begeisterung.

(Ein Video von TV Rekord)


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Schon zwei Integrationspreise für Genc Osman:

Respekt auch für Jugendliche aus schwierigen Verhältnissen

Zweiter Vorsitzender und Hobby-Sozialarbeiter ist Erkan Ustünay beim SV Genc Osman Duisburg. Und das ist keine leichte Aufgabe: Denn der Club kümmert sich vor allem um sozial benachteiligte Jugendliche. Die kein anderer Verein haben will. Übrigens neben seiner Tätigkeit als Vorsitzender des örtlichen Moscheevereins. Der DFB hat dafür Genc Osman ebenso mit dem zweiten Platz seines Integrationspreises belohnt wie das Bundesinnenministerium im Rahmen der „Initiative Sicherheitspartnerschaft. Gemeinsam mit Muslimen für Sicherheit.“ Während seiner Zeit als Trainer der ersten Mannschaft schaffte er drei Aufstiege in vier Jahren.

Text und Fotos: Dietmar Alexy


Reportage

 

Drei junge Männer mit optimistischen Blick

   Der letzte Spieltag der Saison 2011/12. In der Gruppe 2 der Fußball-Kreisliga A Duisburg-Mülheim-Dinslaken stehen sich zwei noch junge Nachbarvereine gegenüber: Die Sportfreunde Marxloh und der SV Genc Osman aus Alt-Hamborn. Bei ihnen spielen zahlreiche Migranten mit, nicht nur aus der Türkei. Genc Osman kann durch einen Sieg den Aufstieg in die Bezirksliga perfekt machen.

   Ein Fußballspiel wie jedes andere? Wohl kaum. Denn der sportliche Aspekt ist hier nicht so wichtig wie der soziale. Denn es findet mitten im Herzen von Marxloh statt, ein Duisburger Stadtteil, das manche für den Inbegriff fehlgeschlagener Integration halten. Wie kommt es dann aber, dass der SV Genc Osman damals die beiden Preise erhielt?


Kaum Kriminalität in Marxloh

   Zugegeben, im Duisburger Norden ist durch den Rückgang von Kohle und Stahlindustrie bei einem hohen Anteil junger Menschen die Jugendarbeitslosigkeit steigend. Doch ein Kriminalitätsschwerpunkt ist diese Gegend nach Angaben der dortigen Polizei nicht.

Zwei Jungen vor Computer-Spiel Monitor

Überwiegend Jungen besuchen das Zentrum im Duisburger Norden

     Doch: Noch immer werden türkische Mitbürger bei Bewerbungen diskriminiert. Vor fünf Jahren kam Erkan Üstünay auf die Idee, Jugendliche an problematischen Treffpunkten wie zum Beispiel Spielhallen anzusprechen. Um eine bessere Alternative zu bieten, baute er den Keller seiner kleinen Moschee im Marxloher Nachbar-Stadtteil Alt-Hamborn zum Jugend-Zentrum „Respekt“ um.


Alternative zur Spielhalle

   Kein leichtes Unterfangen, denn bei der älteren Generation in seine Moschee gab es zunächst Vorbehalte gegen die vermeintliche ´Spielhölle`. Zum Angebot gehören aber auch Anti-Rassismus-Training, Drogen-Prävention, Freizeitangebote, Gewaltprävention mit dem Ordnungspartner Polizei – oder natürlich Fußball.

   „Aus polizeilicher Sicht ist das Angebot eine tolle Sache“, lobt Thomas Nagel. Er ist einer der beiden Kontaktbeamten für muslimische Institutionen der Duisburger Polizei. Der Verein arbeitet nicht nur mit der Polizei zusammen, sondern auch mit zahlreichen anderen Institutionen wie Stadtverwaltung Duisburg, Arge, Jugendgerichtshilfe, Bewährungshilfe, Runder Tisch oder Frauennetzwerk Du-Nord.


Viele Nationen treffen sich

   Im Schnitt 80 Jugendliche aus vielen Nationen mit verschiedenen Religionen verkehren hier täglich. Darunter auch zehn Prozent Deutsche. Mädchen sind im Zentrum aber rar. „Die ganz jungen Mädchen trauen sich noch nicht“, begründet dies Üstünay. „Vielleicht ist für sie auch das Angebot Fußball nicht ganz passend“; meint Professor Haci-Halil Uslucan, Leiter der Essener Stiftung für Türkeistudien und Integrationsforschung. Längst nicht alle Besucher bei Erkan Üstünay haben eine kriminelle Vergangenheit. Schließlich gehören auch Hausaufgabenbetreuung oder Bewerbungstraining zum Angebot.

   Vielen seiner Besucherhabe er aber durch die Präventionsarbeit eine kriminelle Karriere ersparen können, sagt er, wie beispielsweise dem 22-jährigen Enes. Er erzählt: „Ich hatte schulische Probleme, und falsche Freunde gehabt. Und dann habe ich gehört, dass der Erkan sich für Jugendliche einsetzt und hilft. Er hat mir dann geholfen, besonders durch das Bewerbungstraining. Und danach habe ich dann auch meine Ausbildung gefunden.“

   „Erkan Üstünay ist nur Ansprechpartner für die Jugendlichen, sondern auch eine Art große Bruder oder Ersatzvater“, erklärt Thomas Nagel. Natürlich hat die Arbeit auch Grenzen, wie eine zweijährige Pokalsperre des Vereins zeigt. Die unteren Mannschaften hatten in diesem Wettbewerb zu oft Probleme bereitet.


Eltern zahlen Sprachkurs

   Doch warum haben viele türkische Jugendliche einen so schlechten Schulabschluss? „Es war so natürlich lange so, dass die Eltern dabei eine große Rolle gespielt haben“, erklärt Erkan Üstünay. „Weil viele Kinder und Jugendliche zu Hause fast nie deutsch gesprochen haben, konnten sie in der Schule nicht so weit kommen, wie es eigentlich ihren Fähigkeiten entsprochen hätte“. Inzwischen habe aber ein Wertewandel stattgefunden. „Meine vierjährige Tochter spricht aber jetzt schon besser Deutsch als ich.“ Und wenn heute einige Migrantenkinder es immer noch nicht gut können, bezahlen deren Eltern manchmal teure Sprachkurse.


Angst oft irrational

   Und doch: Da gibt es immer noch Bürger im Duisburger Norden, die sich vor den türkischen Mitbürgern fürchten. Busfahrer haben Angst vor der Nachtschicht. Immer wieder werden Sie von aggressiven Jugendlichen bedroht. Einige – oder gar viele? – Migranten. Kameras sollen nun in den Bussen installiert werden. Die Fahrer müssen Schulungen machen. Also doch Probleme mit den Ausländern?

   Dann dürfte es aber die Sorgen nicht im benachbarten Moers geben, ausgerechnet eine der besten Wohngegenden in der Umgebung mit weitaus geringerem Ausländeranteil. In Marxloh beträgt er ungefähr ein Drittel, in den Grundschulen 50 Prozent. Da die Duisburger Polizei keine Statistiken über den Ausländeranteil der aggressiven Jugendlichen führt, lässt sich aber nicht mit Sicherheit sagen, ob ihr Anteil wirklich größer ist.

junger Mann zeigt auf Plakat, dass die Ordnungspartnerschaft mit der Polizei beschreibt.

Halil freut sich offensichtlich über die Partnerschaften des Zentrums mit Jugendamt und Polizei. Das Ziel der Duisburger Polizei, Vorurteile von Muslimen gegen sie selber abzubauen, scheint zumindest bei ihm erreicht zu sein.

   Ist das Problem also vielleicht vielmehr: Das in den Medien lieber über wenige gewaltbereite als über viele friedvolle Muslime berichtet wird? So sieht es auch Professor Uslucan.

    Am Ende bleibt es nur eine Randnotiz, dass der SV Genc Osman das türkische Duell gegen die Marxloher mit 6:0 gewann. Und zum Schluss den dritten Aufstieg in der kurzen Vereinsgeschichte auch nicht viel anders feierte als eine deutsche Mannschaft.

 


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Podcast

Über sein Projekt im Sinne des Islams

Foto Erkan Ustünay
Erkan Ustünay

Foto und Interview: Dietmar Alexy


(Ein Podcast von TV Rekord)


Podcast

Über Diskriminierung

.

Foto und Interview: Dietmar Alexy


(Ein Podcast von TV Rekord)


Podcast

Über türkische Jugendliche

Foto Prof. Dr. Haci-Halil Uslucan (Uni DU-E)
Prof. Halil Uslucan

Foto: Frank Preuß (UDE) – Interview: Dietmar Alexy


(Ein Podcast von TV Rekord)



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Grafik TV Rekord freut sich über Spenden!

 


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90 Jahre “Schwelgern”:

45 000 sahen Hamborn gegen Schalke

Bericht

Seiner Zeit voraus war lange das Hamborner “Schwelgern”-Stadion. Als es am 20. September 1925 eröffnet wurde, war es etwas innovatives Neues, ein Stadion mit einem Naherholungsgebiet zu verknüpfen. Vor allem durch die Oberligaspiele von Hamborn 07 ist es vielen älteren Mitbürger auch heute noch in Erinnerung. Ebenso wie das vor über zehn Jahren geschlossene Freibad gleichen Namens. An die großen Zeiten der Anlage erinnerte der Hamborner Heimatverein mit einer Führung anlässlich  des 90-jährigen Bestehens.

Text und Fotos: Dietmar Alexy

Grafik Kopfhörer und Note

  • Das Schwelgern-Stadion in Hambonn
    Das Schwelgern-Stadion im Schatten des Hochofens "Schwarzer Riese".
                                  

  Wie nicht anders zu erwarten, waren es überwiegend ältere Mitbürger, die dem Ruf des Vereins folgten. Doch das Spiel von Hamborn 07 gegen Schalke 04 kurz nach dem Krieg dürfte wohl keiner von Ihnen noch gesehen haben. Damals stellte die Anlage mit 45 000 Zuschauern einen Besucher-Rekord auf.

Der Leiter der Besichtigung, Torsten Fischer, mit Stadtplan.

Thorsten Fischer erklärt den Besuchern fachkompetent die Geschichte des Parks.

   Die waren immerhin noch 1965 bei einem Spiel gegen Fortuna Düsseldorf anwesend. Doch nicht nur Fußball sorgte in der Anlage für Zuschauerandrang. Auf der früheren Betonbahn fanden regelmäßig Steherrennen statt. Auch Sportfeste gehörten zum ständigen Programm. Ebenso wie Feldhandball – in den 1950er-Jahren in Deutschland fast so beliebt wie Fußball.

    Doch die Anlage kam in die Jahre, zum letzten Mal spielte Hamborn 07 Mitte der 1970er-Jahre schon als Amateurverein dort. Doch bei immer weniger Zuschauern sank im großen Rund die Stimmung, der Verein wechselte zum Holtkamp. Mitte der 1980er-Jahre wurde schon die baufällige, 6 000 Zuschauer fassende Holz-Tribüne abgerissen. Nach einem Rückbau der Stehränge fasst das ganze Stadion heute nur noch 2 000 Zuschauer. Als letzte Radsportveranstaltungen fanden 1997 und ’98 hier die offenen Duisburger MTB- Meisterschaften statt.

     Während das marode „Schwelgern“-Bad sich nicht mehr rentierte, scheiterten bislang alle Versuche, den „Schwelgern“-Park aufzupäppeln. Eine Eislaufbahn musste ebenso geschlossen werden wie eine Scaterbahn. Denn der Untergrund besteht aus Sumpf. Das war schon 1925 ein Problem, als Thyssen das Gelände der Stadt für symbolische 50 Mark schenkte. Schon damals gab es Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen, das Gelände wurde so trockengelegt.


Sumpf großes Problem


   „Die neue Dirt-Cartbahn hat die Stadt zwar unter Einbeziehung der Jugendlichen entworfen, wird von ihnen aber kaum genutzt“, erzählt Thorsten Fischer vom Hamborner Heimatverein. So blüht heute die gesamte Anlage etwas im Verborgenen. Selbst die Zeiten, als hier noch Frauen-Fußball–Bundesliga-Spiele stattfanden, sind lange vorbei.

Die Besuchergruppe vor dem Eingang des Schwelgern-Parks

Die Besucher bestaunen den historischen Eingang der Park-Anlage.

   Immerhin hat aber die beste Duisburger American-Football-Manschaft hier ihr zu Hause. Die Duisburg Dockers sind allerdings nicht mehr selbständig. Sie haben sich einem anderen Verein angeschlossen. Sein Name: Hamborn 07 Handball.

Gruppenfoto der Besucher im Schwelgern-Park.

Abschlussfoto der Besichtigung im Schwelgern-Park.


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