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“Perle des Ammerlands” glänzt nicht nur mit Seemannsgarn:

In Bad Zwischenahn bleibt alles, wie es war

Die erste weibliche Bedienung hier in diesem Restaurant – und das nach 65 Jahren“. Das Ehepaar Wolfgang und Gertrud Keller staunte nicht schlecht, als es einmal mehr in Bad Zwischenahn zu Gast war. Schließlich kennzeichnet diesen Ort, dass sich im Laufe der Jahrzehnte wenig verändert hat. „Man gibt sich viel Mühe, das alles zu erhalten“. Und besonders Getrud Keller muss das wissen: Schließlich ist sie hier in der Gegend geboren.

Bericht und Fotos: Dietmar Alexy


Reisebericht

  • : Gut erholen kann man sich in Bad Zwischenahn. Auch wenn das Wetter nicht immer perfekt ist…

   Nur die Touristen haben sich verändert. „Mehr die Stock-Elite“, meint Helmut Keller, immerhin selber schon 71. Doch die bringen manchmal wohl auch ihre Enkel mit. Denn mit Verlaub: Für Oma und Opa ist Wassersport in der Regel nicht mehr der richtige Zeitvertreib. Denn der wird auf dem “Zwischenahner Meer” durchaus betrieben.

Bad Zwischenahner Meer im Herbst.

Herbstlicher Blick vom Naturlehrpfad aufs Zwischenahner “Meer”. 

  Bleibt für die Senioren aber noch der Spaziergang auf dem zwölf Kilometer langen Rundweg um den Binnensee. Der Naturlehrpfad führt nicht nur am mit Schilfrohr, Rohrkolben, Teichbinsen und Schwanenblumen bewachsenen Ufer vorbei. Er streift auch zahlreiche Wälder und Wiesen. Und altersgerecht ist natürlich auch die Rundfahrt mit der „Weißen Flotte“.

Das Ehepaar Keller.

Diesmal eine männliche Bedienung. Doch das Ehepaar Keller staunte kurz zuvor über die erste Kellnerin in dieser Gaststätte nach 65 Jahren… 

   Das wird die Stammgäste der „Perle des Ammerlandes“ wohl nicht vom Besuch abhalten. Sie können vermutlich die oft gestellte Frage nicht mehr hören: Warum der Zwischenahner Binnensee eigentlich „Meer“ heißt? Die Antwort geben Sprachwissenschaftler: Meer kann man auf das Wort „mori“ für Sumpf bzw. stehendes Gewässer zurückführen. „See“ hingegen bezeichnet im Norddeutschen wie übrigens auch im Niederländischen offene Gewässer wie zum Beispiel die Nordsee. In Norddeutschland ticken die Uhren also wohl etwas anders.


Teufel erschuf “Meer”

   Das sieht man auch an der ureigenen Erklärung für die Entstehung dieses „Meeres“: Nicht etwa, wie Wissenschaftler meinen, der Einbruch eines unterirdischen Salzlagers sei daran schuld. Vielmehr habe der Teufel ein großes Stück Wald aus dem Boden gerissen und sich auf dem Weg nach Oldenburg gemacht. Das Loch habe sich dann mit Regenwasser gefüllt. Na, Seemannsgarn ist in Norddeutschland natürlich Pflicht.


Aal muss “schwimmen”

   So gehört zu den zahlreichen Anekdoten der einheimischen Wirte, dass Gäste aus Süddeutschland die lange Autobahnfahrt für nur für einen einzigen Tag in Bad Zwischenahn in Kauf nähmen. Um den unvergleichbaren Aal zu genießen. Spätestens nach dem Genuss des „Ammerlunder Löffeltrunks“ glaubt der Gast das vielleicht sogar.

   Denn der Aal muss dort immer „schwimmen“. Aus dem Zinnlöffel wird dabei Korn getrunken. Mit der linken Hand, die rechte braucht man schließlich, um sich jederzeit zu wehren. Dazu gehören dann auch die kultigen Trinksprüche „Ik seh di!“ („Ich sehe dich!“) vom Wirt. Der Gast antwortet stets: „Dat freit mi!“ („Das freut mich!“), ehe der Wirt erwidert „Ik sup di to!“ („Ich trinke dir zu!“). Spätestens beim dritten Durchgang ist allerdings fraglich, ob das der Gast noch mitbekommt.

Bad Zwischenahn bei Nacht.

Von außen sieht es hier eher harmlos aus. Im Innern allerdings soll der ein oder andere Tourist Korn im Zinnlöffel genießen…

   Da ist es sicher gut, dass nicht dieser Löffeltrunk, sondern der Grünkohl als nationale Spezialität gilt. Er sollte aber eigentlich nicht im Sommerurlaub verzehrt werden. Denn als klassisches Wintergemüse ist er erst im November reif und damit am gesündesten. Weshalb viele Ammerländer und die benachbarten Oldenburger sehnlichst auf den ersten Frost warten. Die Kellner servieren ihn oft mit Deftigem, wie Kassler oder Speck.

   Grünkohl, übrigens auch „Oldenburger Palme“ genannt, essen fast nur wir Deutsche. An der Küste wächst er auch heute noch ab und zu wild. Bei so vielen Möglichkeiten zu Speis und Trank sollte allerdings am besten auch was für die Kondition getan werden. Bei überwiegend flachem Land und wenig Autos bietet sich neben dem Rundweg ums Meer auch die 50 Kilometer lange Strecke zwischen Rastede und Oldenburg zum Radeln an. Vorbei an zahlreichen Schlössern.

In der Ortsmitte von Bad Zwischenahn.

Die „Stock-Elite“ bringt für den Urlaub in Bad Zwischenahn ab und zu auch mal ihre Enkel mit.

   Da kann man auch gleich ins benachbarte Rostrup radeln: Im „Park der Gärten“, 2002 Landesgartenschau, bestaunt der Besucher 43 Themengärten, tausende Blumenarten und einmal im Jahr (Anfang September) ungewöhnliche Lichteffekte. Bei den „Mystischen Nächten“ wird der Park einmal mehr ins rechte Licht gesetzt.

   Doch auch für die ältere Generation bieten sich genug Möglichkeiten, zu Fuß etwas zu erkunden. Sehenswürdigkeiten sind die Windmühle, restaurierte historische Kirchen und der Kurpark. Weniger geeignet für die Senioren dafür vielleicht das Moor vor den Toren des Ortes. Und wenn sie erfahren, das Bad Zwischenahn so etwas wie seinen eigenen „Ötzi“ hat, können sie vielleicht bald nicht mehr ruhig schlafen.

   Es handelt sich um eine über 2 000 Jahre alte Kinderleiche. Als 1922 Friedrich Roggemann im Kayhauser Moor Torf grub, war er vermutlich zunächst guter Laune. Doch dann stieß er auf einen unerwarteten Widerstand… Als die „Kayhauser Moorleiche“ ist das ermordete Kind aus der Zeit vor Christi heute die Attraktion des Landesmuseums Natur und Mensch im benachbarten Oldenburg.

Die Kappenwindmühle.

Die Kappenwindmühle. Sie wurde im zweiten Weltkrieg schwer beschädigt. Der Verein für Heimatpflege baute sie im Park am Meer aber wieder auf.

   Aber sicher nicht so sehr jedermanns Geschmack wie vielleicht die Kuranwendung Moorbad. Sie wird gegen rheumatische Erkrankungen oder Schuppenflechte verwandt und ist eine von zahlreichen Kurmöglichkeiten. Bad Zwischenahn erhielt 2007 in einem Vergleich unter 158 Heilbädern und Kurorten aus sieben Bundesländern immerhin den zweiten Platz. Schon 1874 konnte man hier kuren, denn damals schon wurde das alte Kurhaus in der Nähe des Sees erbaut. Nicht ganz so alt ist das Museum Ammerländer Bauernhaus. Doch sein Baujahr 1910 reicht auch noch, um es als ältestes Freilichtmuseum Deutschlands zu bezeichnen. In insgesamt 14 Häusern und Nebengebäuden erinnert das Museum an die bäuerliche Kultur um 1700.

   Zum Schluss des Rundgangs durch den Kurort sollte auch der berühmteste Sohn des Ortes nicht vergessen werden: Wilhelm Heinrich Schüßler (1821–1898). Er begründete die „Biochemischen Heilweise“, eine Art Weiterentwicklung der Homöopathie. Auch heute noch bekannt sind seine nach ihm benannten zwölf Schüßler-Salze. Kurios die Geschichte seiner Büste. Hans-Heinrich Jörgensen, Vizepräsident des Biochemischen Bundes Deutschland, entdeckte sie unter Bauschutt 2007 im sächsischen Radebeul. Seit Kriegsende lag sie dort in einem ehemaligen Schlossteich begraben. Ein Ohr und ein Teil der Wange fehlten allerdings. Inzwischen mühevoll restauriert, steht sie heute vor dem Geburtshaus des berühmten Arztes. Sein Wirken ist allerdings umstritten.

  Die ja ebenfalls in Bad Zwischenahn geborene Gertrud Keller lebt allerdings heute zusammen mit Ehemann Wolfgang in der Bretagne. Gertrud malt dort Aquarelle und erstellte ein Foto-Buch der Region. Ergänzt durch passende Geschichten. Mit ihrem Ehemann, der in der B-Jugend des 1. FC Köln zusammen mit Wolfgang Overath spielte, vergleicht sie die Mentalität der Menschen in den betreffenden Gegenden. „Die Feste in der Bretagne, im Rheinland und in Ostfriesland sind ähnlich. Die Mentalität der Menschen ist allerdings etwas anders.“ Es gebe aber eine Gemeinsamkeit bei Bretonen und Ostfriesen: „Entweder sie mögen sich – oder nicht. Das machen sie deutlich!“


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Seit 350 Jahren Nationalgetränk:

Ostfriesentee stammt aus Asien

Ostfriesland – Wer denkt da nicht an die Nordsee, Wattwanderungen, die bekannten Witze – und natürlich an den dortigen Tee? Der in der Gegend bestimmt überall angebaut wird, denkt vielleicht der geneigte Tourist. Doch weit gefehlt: Der typische Ostfriesentee stammt überwiegend aus – Asien.

    Kennzeichnend für diesen Tee ist damit nur, dass ihn in Ostfriesland ansässige Teehäuser verkaufen. Grundlage eines wirklich guten Ostfriesentees ist Assam – und der kommt aus dem Nordosten Indiens. Dazu kommen geringe Mengen von Ceylon– und Darjeeling-Tee. Letzterer stammt von den Hängen des Himalayas und ist berühmt für sein zartduftiges Aroma. Auch China, Indonesien und einige afrikanische Staaten sind Hauptproduzenten von 3,2 Millionen Tonnen Tee im Jahr.


Koppke Tee mit Kluntje


   All das ändert nichts daran, dass die „echt ostfriesischen Mischungen“ seit 350 Jahren dort Nationalgetränk sind. Der Ostfriese liebt halt sein „lecker Koppke Tee mit Kluntje (weißer Kandiszucker) un Rohm.“ Und die damit verbundene Entspannung. Sie sorgt für eine belebende Wirkung auf das Zentralnervensystem. Im Gegensatz zum Kaffee, der „aufs Herz geht“. Für die Wirkung des Tees sorgt auch das Tannin. Es beruhigt den Magen-Darm-Trakt. Und natürlich das Tein genannte Koffein. Letzteres wie beim Kaffee übrigens natürlichen Ursprungs. Im Gegensatz zum synthetisch hergestellten Koffein in Cola oder Red Bull.

Frau kostet Tee.

Wirkt beruhigend und anregend: Der Ostfriesentee. Hier präsentiert von Ursula Meyer (Kurverein Neuharlingersiel).
                                                Foto: Dietmar Alexy

   Drei bis vier Tassen Tee am Tag empfiehlt Ursula Meyer vom Kurverein Neuharlingersiel. Sie beruft sich dabei auf wissenschaftliche Studien in den USA. In Ostfriesland werden sogar sechs Tassen Schwarztee am Tag getrunken. „Bei uns gibt es deshalb die wenigsten Herzinfarkte und die längste Lebenserwartung in ganz Deutschland“, behauptet sie. Ob dafür nicht vielmehr der frische Fisch und das gesunde Klima verantwortlich sind?

Ostfriesentee-Tasse

Besonders gut schmeckt der Tee, wenn die Kanne vorgewärmt wird.                                                                                                      Foto: Dietmar Alexy

   Auf jeden Fall ist der ostfriesische Tee nicht nur im Winter gesund. Er sollte dafür allerdings auch landestypisch zubereitet werden: Für einen echten Ostfriesentee braucht man pro Tasse einen Teelöffel Tee. Die Teeblätter werden dann mit kochendem Wasser begossen, so dass sie gerade bedeckt sind. Den Tee lässt man dann im Kessel oder Stövchen fünf Minuten ziehen. Dann etwas kochendes Wasser nachgießen. Am besten durch ein Sieb in eine vorgewärmte Kanne umfüllen. Vorher kommt der Weiße Kandis in die Tasse und erzeugt ein knisterndes Geräusch beim Gießen. Fehlt nur noch das Wölkchen („Wulkje“). Es wird durch einige Tropfen Sahne erzeugt. Wer gesundheitsbewusst lebt, sollte den Tee aber auch mal ohne künstliche Süßstoffe probieren. Zum Beispiel mit Honig oder pur.


Beruhigend oder anregend


   Alternativ dazu kann der Tee auch zwei Minuten gekocht werden, danach dann zwei Minuten ziehen lassen. Es gilt die Regel: Je länger man eine geringe Menge ziehen lässt, desto beruhigender wirkt er. Lässt man dagegen eine größere Menge kürzer ziehen, so wirkt er stärker anregend. Grundsätzlich aber nicht länger als 5 Minuten.

   Wie beim Wein gibt es mehrere Ursachen für seine Qualität: Dazu gehören Bodenbeschaffenheit, Lage und Höhe des Anbaugebiets, Wetter sowie das Klima. Auch die Erntezeit bestimmt die Güte, obwohl er ganzjährig geerntet wird. Je jünger und zarter die Tee-Blätter sind, umso besser auch die Qualität des fertigen Getränks. Das größte Anbaugebiet der Welt ist Assam. Ob wohl für die dortige Bevölkerung im Nordosten Indiens Ostfriesland ein Begriff ist?
                                                          Dietmar Alexy


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